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Dziobak Volodymyr Dziobak Volodymyr РОЗДУМИ ПРО НАДВАЖЛИВЕ або ЧОМУ НАШІ ОЛІГАРХИ СТАЛИ МОГИЛЬЩИКАМИ НИНІШНЬОЇ УКРАЇНИ

Головним інструментом нинішніх олігархів є безправний люмпен, який живе на подачках від держави, на грані фізичного виживання. Ось чому значна частина пенсіонерів є найкращим їх електоратом, який і допомагає часто приводити до влади їх ставлеників. Для малого і середнього бізнесу сьогодні закриті економічні ліфти у цілих галузях економіки, бо з кожним роком сфери зацікавленості олігархії збільшуються, перекриваючи кисень усім іншим.

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Suchterkrankungen bei älteren Menschen werden zunehmen

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Meschede.  Experten sagen eine Zunahme von Suchterkrankungen bei älteren Menschen voraus. Die Suchtberatungsstelle des Caritasverbandes Brilon in Meschede hat ein Jahr lang gemeinsam mit der Fachklinik Fredeburg und dem Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung in Köln über „Sucht im Alter“ geforscht. Theo Köhler, Leiter der Suchtberatungsstelle, zieht ein Fazit.

Für die Zukunft sagen Experten auch eine Zunahme von Suchterkrankungen bei älteren Menschen voraus. Die Suchtberatungsstelle des Caritasverbandes Brilon in Meschede hat ein Jahr lang gemeinsam mit der Fachklinik Fredeburg und dem Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung in Köln über „Sucht im Alter“ geforscht. Dabei wurden auch 300 Mitarbeiter der Caritas in der Altenhilfe geschult. Theo Köhler, Leiter der Suchtberatungsstelle, zieht ein Fazit.

Warum haben Sie Ihr Projekt auf Senioren ausgerichtet?

Theo Köhler: Wenn es um jugendliche Koma-Säufer geht, stößt man sofort auf Interesse. Auch bei Politikern. Die Alten aber werden in der Suchthilfe bislang als Zielgruppe vernachlässigt. Wir müssen da mehr Sensibilität entwickeln, und auch spezielle Angebote für Senioren. 2013 feiert unsere Suchtberatung ihr 40-jähriges Jubiläum: Wir werden das unter den Schwerpunkt Sucht und Alter stellen, um mehr Aufmerksamkeit darauf zu lenken.

Nach einem Jahr endete das Forschungsprojekt. Welche Erkenntnis haben Sie gewonnen?

Köhler: Ich habe in eine ganz andere Welt geschaut. Suchtberater suchen eher nach dem individuellen Weg, ein Problem zu lösen; Altenpfleger haben die Vorgabe, wie eine Behandlung aussehen sollte. So treffen zwei Vorstellungen von Behandlung aufeinander. Da sind noch einige Hürden zu überwinden, um im Sinne des Klienten gut miteinander zu arbeiten.

Wollen Sie den Senioren ihr Bier wegnehmen?

Köhler: Nein, wir wollen sie auch nicht trockenlegen. Aber im Einzelfall sollte genauer hingeschaut werden, ob ein Alkoholkonsum nicht die individuelle Lebensqualität verringert – wenn dadurch zum Beispiel der Zucker außer Rand und Band gerät. Ältere vertragen nicht so viel Alkohol. Da können im Einzelfall schon zwei Federweißer zu viel sein.

Auch der Medikamentenkonsum steht im Fokus

Rein praktisch: Was könnte man da zum Beispiel im Heim tun?

Köhler: In einem Fall brachte ein Sohn seinem Vater immer eine Flasche Wein mit ins Heim. Der Vater war aber schon hirnorganisch geschädigt. Jetzt haben wir über den Sohn erreicht, dass der Vater nur an besonderen Tagen etwas trinken darf und die Flasche auch nicht mehr direkt neben seinem Bett steht. Neben sich zu greifen und mal eben zu trinken, ist viel einfacher als ins Schwesternzimmer gehen zu müssen und dort nach dem Wein zu fragen. Das ist ein anderer Aufwand.

Alkohol ist das eine. Aber Suchtprobleme sind ja vielfältig.

Köhler: Richtig. Der Fokus bei der Suchtproblematik im Alter liegt auch gar nicht bei der Alkoholsucht, sondern eher bei den Medikamenten. Wir müssen weg vom Suchtaspekt und pragmatischer denken. Fest steht, Medikamente zu überprüfen und Alkohol wegzulassen, bedeutet die beste Sturz-Prophylaxe im Alter.

Wer könnte denn den Einsatz von Medikamenten beurteilen?

Ist das nicht sowieso Aufgabe der Ärzte?

Köhler: Es ist uns in unserem Forschungsprojekt nicht gelungen, die Ärzte richtig ins Boot zu holen. Ja, die Medikamentenvergabe ist Arztsache. Die Ärzte wissen aber häufig voneinander nicht. Der Hausarzt ist nicht informiert, was beispielsweise der Gynäkologe verschreibt. Deshalb wird zu viel, zu lange und zu hoch dosiert. Apotheken wiederum wollen keinen Konflikt mit Ärzten und Pflegeeinrichtungen. Da sind Konkurrenzen, von denen ich gar nichts geahnt habe.

Wie lautet Ihr Urteil über unser Gesundheitssystem?

Köhler: Wir haben ein Gesundheitssystem, das zielt auf gesund und sauber ab. Alles andere hat keinen Platz. Die Seele spricht keiner mehr an. Wir müssten das Medikament Mensch wieder stärker einführen: Beziehungen, Kontakte und Verlässlichkeit sind bei jedem förderlich – und bei alten Menschen besonders.

Wie geht es jetzt weiter?

Köhler: Wir werden das Forschungsprojekt fortsetzen. Denkbar sind offene Angebote bei uns in der Suchtberatung für ältere Menschen. Wir müssen uns spezieller ausrichten, vielleicht auch durch Angebote in Heimen. Wir brauchen andere Beratungsformen, denn bei älteren Suchtkranken geht es ja nicht mehr um eine berufliche Rehabilitation.

Jürgen Kortmann

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