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Dziobak Volodymyr Dziobak Volodymyr РОЗДУМИ ПРО НАДВАЖЛИВЕ або ЧОМУ НАШІ ОЛІГАРХИ СТАЛИ МОГИЛЬЩИКАМИ НИНІШНЬОЇ УКРАЇНИ

Головним інструментом нинішніх олігархів є безправний люмпен, який живе на подачках від держави, на грані фізичного виживання. Ось чому значна частина пенсіонерів є найкращим їх електоратом, який і допомагає часто приводити до влади їх ставлеників. Для малого і середнього бізнесу сьогодні закриті економічні ліфти у цілих галузях економіки, бо з кожним роком сфери зацікавленості олігархії збільшуються, перекриваючи кисень усім іншим.

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Späte Scheidung: Trennung nach langer Ehe

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Immer häufiger werden Ehen erst nach vielen Jahren geschieden. Psychologen und Neurowissenschaftler erforschen die Auslöser – und suchen nach dem Geheimnis ewiger Liebe

Sie haben sich geliebt, die Kinder großgezogen, manche Durststrecke in der Beziehung überstanden, Niederlagen und Höhepunkte geteilt, sie haben ihre Silberne Hochzeit gefeiert und wollten ihren Lebensabend gemeinsam verbringen. Und dann das Aus: Trennung, Scheidung, Schock für alle. Wie ist das möglich?

Dass Langzeitehen auseinandergehen, ist nicht außergewöhnlich, wie die Statistik zeigt: Die Zahl der Scheidungen nach der Silberhochzeit hat sich zwischen 1975 und 2005 verdoppelt. „Der Trend zur späten Trennung hält an“, sagt Professorin Dr. Insa Fooken von der Universität Siegen. Die Psychologin ist eine der wenigen, die zu diesem weit verbreiteten Phänomen forscht.

Wirtschaftliche Unabhängigkeit, Wandel der Wertvorstellungen und die deutlich gestiegene Lebenserwartung könnten Gründe für den Trend sein. Nach 25 Ehejahren hat man statistisch meist noch mindestens die gleiche Anzahl Lebensjahre vor sich. „Da stellt sich schon die Frage: Soll es so weitergehen wie bisher?“, sagt Professorin Fooken. Die Kinder sind längst aus dem Haus, der Ruhestand hat den Alltag spürbar entschleunigt, das Häuschen ist abgezahlt – das eröffnet neue Spielräume für gemeinsames Erleben, zumindest theoretisch.

Trennung: Wenn Paare sich nichts mehr zu sagen haben

Tatsächlich aber ist so manche „Alt-Ehe“ längst verödet, zwei Leben dümpeln in Parallelwelten vor sich hin. „Diese Paare reden überhaupt nicht mehr miteinander“, sagt Expertin Fooken. Man sitzt nebeneinander vor dem Fernseher oder am Frühstückstisch, befolgt die antrainierten Rituale und kommuniziert allenfalls mit Gesten, Blicken, Körperhaltung. „Die verbale Kommunikation nimmt entsetzlich ab, sodass es sehr schwer fällt, Unstimmigkeiten zu klären.“ So baut sich eine Entfremdung auf, die beide Seiten stillschweigend akzeptieren.

Der Moment der Erkenntnis „Das will ich nicht mehr“ könne ganz plötzlich kommen, ohne erkennbaren Auslöser. In anderen Fällen werde der Trennungswunsch erst nach dem Kennenlernen einer „attraktiven Alternative“ bewusst – und realisiert. Auch der Tod der eigenen Eltern liefere häufig den Impuls zur Trennung, stellte Professorin Fooken in einer Studie fest. „Wenn die Eltern aus der Kriegsgeneration, die oft als moralische Instanz wirkten, sterben, ändert sich bei den Kindern der Blick auf ihr Leben und ihre Ehe.“ Der Wächter ist weg, somit gebe es „keinen Grund mehr, in einer Ehe, die oft schon von Beginn an unbefriedigend war, zu verharren.“

Späte Scheidung: Schock für den Bekanntenkreis

Wenn Langzeitehen auseinanderbrechen, berührt das nicht nur die Eheleute. Auch Freunde und Verwandte werden durchgerüttelt. Weil nun die Kontakte in ungewohnter Konstellation fortgeführt werden müssen; weil das Scheitern der Anderen auch die Brüchigkeit der eigenenPartnerschaft bewusst macht und weil scheinbare Gewissheiten ad absurdum geführt wurden: „Die beiden haben sich doch immer so gut verstanden.“

Haben sie das? Von außen lässt sich offenbar kaum zuverlässig erkennen, ob eine Ehe gut läuft oder nicht. Selbst professionelle Beziehungsexperten scheitern bei der Beurteilung, wie eine Studie von Professor Robert W. Levenson, Leiter des Psychophysiologie an der University of California, Berkeley zeigte: Der Eheforscher hatte Videos von zehn Paaren produzieren lassen, die vor der Kamera miteinander redeten oder stritten. Fünf dieser Paare hatten zum Zeitpunkt der Filmarbeiten massive Eheprobleme und ließen sich später scheiden. Als Levenson das Video 200 Personen – darunter Pastoren, Ehetherapeuten und Psychologen – zeigte und sie bat, die problematischen Ehen zu identifizieren, war das Ergebnis zu 50 Prozent falsch.

Gehirnforscher suchen nach dem Erfolgsrezept einer langen Liebe

Was ist das Geheimnis einer guten langen Ehe? Dieser Frage beschäftigt seit einiger Zeit auch die Neurowissenschaftler. Mit Labortests und Hirnscans forschen sie nach Zeichen des dauerhaften Glücks. Bianca Acevedo von der University of California in Santa Barbara hatte bei der Befragung von mehr als 270 Männern und Frauen aus Langzeitehen erwartet, dass nur ein Bruchteil noch leidenschaftlich mit dem Partner verbunden ist. Zu ihrer Überraschung gaben 40 Prozent an, selbst nach Jahrzehnten der Ehe romantische Gefühle zu empfinden. Auch die übrigen 60 Prozent fühlten sich mehrheitlich in ihren Beziehungen wohl, sie gaben an, noch immer verliebt zu sein, nur nicht mehr so intensiv wie früher.

In einer Folgestudie untersuchte die Forscherin jene Paare, die auch nach 20 Jahren Ehe ihre gegenseitige Leidenschaft bekundet hatten. Sie legte ihnen Fotos vom Partner und, zur Kontrolle, von guten Freunden vor und beobachtete, wie das Gehirn der Probanden reagierte: Beim Anblick des lang geliebten Partners wurden exakt die gleichen Hirnareale aktiviert wie bei frischverliebten Paaren. Zusätzlich wurden aber auch jene Bereiche aktiviert, die mit einer tiefen emotionalen Bindung einhergehen.

Abwechslung: Wichtig für Paare

„Diese Partner erleben Euphorie, aber auch das Gefühl von Ruhe und Sicherheit“, so Dr. Acevedo. In Gesprächen war zudem klar geworden, dass die leidenschaftlichen Paare im Leben des anderen jeweils eine sehr aktive Rolle spielten und sie sich ganz bewusst für die Beziehung engagierten. Forscher der Stony Brook University in New York vermuten unterdessen, dass Paare, die immer wieder neue Dinge gemeinsam in Angriff nehmen, glücklicher sind als jene, die ihre Gewohnheiten fortsetzen. Als Grund dafür vermuten die New Yorker Forscher: Neue Erfahrungen führen zur Ausschüttung des Glückshormons Dopamin – des gleichen Botenstoffs, der auch in der Phase der Verliebtheit das Hirn überschwemmt.

Wer die Gründe für das Scheitern einer Langzeitehe sucht, sollte auch auf ihren Beginn schauen, meint die Siegener Professorin Dr. Insa Fooken. Unter welchen Bedingungen haben sich die Partner einst kennengelernt, welchen Zwängen folgten sie? Vor 30 oder 40 Jahren heiratete man vergleichsweise jung und bewältigte dann arbeitsteilig die Meilensteine des Lebens: Kinder, Beruf, Eigentum. „Man kannte den anderen in seiner Funktion als Vater, Mutter, Berufstätiger, Hausfrau, aber als Partner hat man ihn womöglich nie richtig kennengelernt.“ Die Vorstellung vom gemeinsamen Altwerden, zum Zeitpunkt der Eheschließung aus tiefstem Herzen bejaht, könnte sich im Alter, beim ungestörten Blick auf die Marotten des Anderen, als Illusion erweisen.

Entwicklung in verschiedene Richtungen

Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Eheleute nicht unbedingt synchron entwickeln, sondern in ihren Interessen, Fähigkeiten und Lebensfahrplänen auseinanderdriften. Möglicherweise altern Mann und Frau körperlich und mental mit unterschiedlichem Tempo, und auch ihresexuellen Erwartungen verändern sich nicht in gleichem Maße. Professorin Fooken ist aber überzeugt: „Wenn die Partner in der Lage sind, über diese Themen zu sprechen, sich aufeinander einzustellen und die vorhandenen Gemeinsamkeiten in den Mittelpunkt zu stellen, dann kann die Partnerschaft sehr langfristig gelingen.“

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